Wer kennt sie noch, die alten Obstsorten?
Fast unmerklich verschwinden seit Jahrzehnten die Obstbäume aus Gärten und Wiesen unserer Landschaft. Mit ihnen verschwinden viele der alten Sorten, die von unseren Vorfahren während vieler Jahrhunderte genutzt, sorgsam gehütet und vermehrt wurden. Wer kennt noch den Prinzenapfel, die Kirkes Pflaume, die Muskateller Birne oder die Kirsche Königin Hortensie?
Einige Sorten sind uns nur noch aus den Erzählungen der Großeltern bekannt. Viele haben sich inzwischen still verabschiedet. Mit ihnen sind auch wertvolle Eigenschaften wie z.B. Krankheitsresistenzen unwiederbringlich verloren.
Die Spezialisierung auf einige wenige Standardsorten hat den Verlust der genetischen Vielfalt bewirkt. Marktwirtschaftliche Zwänge haben zudem zur Züchtung vom kurzlebigen Busch- oder Spindelbaum anstelle des langlebigen Hochstambaums geführt. Dies geht einher mit dem Verschwinden des selbst angebauten Obstes von unserem Speisezettel als eine Folge „vereinheitlichter“ Supermarkt-Früchte.
Obstsorten sind ein lebendiges Kulturerbe, das wir der Nachwelt erhalten wollen. 15 Jahre Tätigkeit des Vereins haben sich gelohnt: Unsere Mitglieder konnten schon etliche Sorten erhalten.




„Prinzenapfel“ „Kirkes Pflaume“ „Muskateller Birne“ und „Königin Hortensie“ aus: ,,Deutschlands Obstsorten“ (1905)